MOTIVATION
Lehren der Meister zusammengestellt von Gundula:
Wir sind auf dieser Welt, um das
Licht Gottes in die Welt zu tragen, das in jedem von uns
ist.
Es ist nicht nur in einigen von uns, es ist in uns allen.
Und wenn wir unser Licht erstrahlen lassen, geben wir
unbewusst anderen die Möglichkeit,
dasselbe zu tun.
Und wenn wir befreit sind von Angst, wird unsere Gegenwart
andere befreien.
(Nelson Mandela)
Das Wesen
des Zen
1. Im Zen ist es erforderlich. Den Geist zu öffnen und falsches Erkennen und falsche Anschauung abzulegen. Wenn nichts an deinem Geist hängen bleibt und du ganz ledig hindurchkommst, kann das Werk der Verfeinerung beginnen.
(Meister Engo)
2. Was ich dir sage, ist kein Geheimnis; das Geheimnis ist in dir.
(Huineng)
3. Alles fließt aus deinem eigenen Herzen
(Engo)
4. Wir träumen von Reisen durch das Weltall: ist denn das Weltall nicht in uns?
Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht. Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, der Vergangenheit und Zukunft.
(Novalis)
5. Ohne Makel sein, das ist wie wenn man einem Menschen begegnet, ohne in Betracht zu ziehen, wie er aussieht.
Es ist auch: beim Betrachten von Blüten oder dem Mond nicht nach mehr Farbe oder Helligkeit zu verlangen. Frühling hat die Gestimmtheit von Frühling und Herbst das Erscheinungsbild von Herbst, daran ist nicht vorbeizukommen. Wenn du also Frühling und Herbst anders haben möchtest, als sie sind, so bedenke, dass sie nur so sein können, wie sie sind. Und wenn du möchtest, dass Frühling und Herbst so bleiben, wie sie sind, so bedenke, das sie keine unwandelbare Natur haben.
(Dogen)
6. Wenn du unmittelbar die Erfahrung des Zen wünschst, so suche sie vor allem nicht. Was durch suchen erlangt wird, ist schon durch das Denken verunreinigt.
Der große Schatz des Zen liegt immer schon offen und klar zutage und ist schon immer der Kraftquell all deines Handelns gewesen.
Erst wenn du den Umtrieben deines Denkens Einhalt gebietest und den Punkt erreichst, wo alle Dinge ungeboren sind, brichst du durch zur Freiheit - du versinkst nicht mehr in Gefühlen, du verweilst nicht mehr bei Begriffen, sondern tranzendierst alles ganz und gar. Dann ist Zen überall in der Welt überdeutlich gegenwärtig
(Engo)
7. Das Leben des Menschen hat seine Wechselfälle. Es ist nicht notwendig, das Handeln abzulehnen und die Stille zu suchen - mach dich einfach innerlich leer und bring dich in Übereinstimmung mit dem Äußeren. Dann wirst du auch im hektischen Treiben der Welt in Frieden sein.
Das Dao ist nicht auf die Vereinigung mit dem Menschen bedacht -
wenn die Menschen auf nichts bedacht sind, vereinen sie sich mit dem Dao.
(Engo)
Ich lache, wenn ich höre,
dass dem Fisch dürstet im Wasser.
Du siehst nicht,
dass zuhause die Wirklichkeit ist,
und du wanderst
von Wald zu Wald lustlos.
Hier ist die Wahrheit!
Geh hin, wo immer du willst,
nach Benares oder Marthura-
wenn du die eigene Seele nicht findest,
bleibt dir die Welt unwirklich.
(Kabir)
Wenn am Morgen Die Hähne krähen,
gelobe ich mit allen Wesen,
jede Stimme in dem Chor wahrzunehmen:
Da bist du, da bist du ja, mein Freund.
Wenn ich nachts den Grillen lausche,
gelobe ich mit allen Wesen,
meine Übung genauso einfach zu halten:
Immer und immer wieder dasselbe.
(Robert Aitkin)
Tritt einen Schritt zurück und schau genau.
Wie trittst du zurück?
nicht indem du einfach dasitzt
und von nichts Notiz nimmst,
indem du stocksteif Geist und Körper unterdrückst,
dass sie wie Erde und Holz sind - das führt zu nichts.
Wenn du zurücktreten willst:
Worte, die du nicht verstehen,
Geschichten, die du nicht begreifen,
Katastrophen, die du nicht fassen kannst -
tritt zurück und sieh selbst,
warum du nicht verstehst
(Foyan)
Dieses ist das Reich Gottes:
Das Reich der Gefahr und des Wagnisses,
des ewigen Beginnens
und des ewigen Werden,
des aufgetanen Geistes
und der tiefen Verwirklichung,
das Reich der heiligen Unsicherheit.
(Martin Buber)
Unser gegenwärtiges Tun
Von Augenblick zu Augenblick
ist das Öffnen eines Tores.
Wenn wir das Leben vollständig nutzen,
kann es uns nicht aufhalten.
Wenn wir den Tod vollständig nutzen,
kann er uns nicht erschrecken.
(Dogen)
Einssein mit dem Leben
Und auch:
Nicht als Einzelperson will etwas oder muss etwas;
das Leben ist groß und gut, aufregend und ewig,
und wenn man sich selbst zu sehr in den Vordergrund stellt,
sich sträubt und aufbegehrt,
dann gerät man außerhalb des großen und mächtigen Stromes,
der das Leben ist.
Dies sind wirklich Augenblicke,
in denen alles persönliche streben von mir abfällt,
in denen mein Drang nach Wissen und Erkenntnis zur Ruhe kommt.
Dann kommt plötzlich mit breitem Flügelschlag ein Stückchen Ewigkeit über mich.
(Etty Hillesum- Das denkende Herz)
Fragment-
Ganz klar und heiter ist der innere Himmel und weiter als er,
um vieles weiter ist der Aufstieg zum Grund.
Ungesäumt freilich - und überaus wissend -
kein Atem verhält sich im hier.
(Jean Gebser)
Alles ist gesegnet - zehntausendfach gesegnet.
(Meister Mumon)
Und alles segnet uns.
Und alles, worauf unser Auge ruht, ist gesegnet.
(W.Yeats)
Jeder Tag der erste-
Jeder Tag ein Leben.
Jeden Morgen soll die Schale unseres Lebens
hingehalten werden,
um aufzunehmen,
zu tragen
und zurückzugeben.
Leer hinhalten,
denn was vorher war,
soll sich nur spiegeln
in ihrer Klarheit,
ihrer Form,
ihrer Weite.
(Dag Hammarskjöld)
Soll er jetzt versuchen, mich zu lehren?!
Warum nicht?
Es gibt keinen, von dem du nicht lernen kannst.
Vor dem Gott, der in allem spricht,
bist du immer ABC-Schütze.
(Dag Hammarskjöld)
Nur an diesem Tag, nur an diese Stunde darfst du denken, ohne jeden Augenblick vorwärts auf das Morgen zu schauen. Weil das Morgen schwierig und unbestimmt und schwer zu kennen ist, musst du darauf bedachtsein, während du lebst, den Weg des Zen zu gehen; ohne Zeit zu verlieren, musst du an die Ausübung von Zen denken und daran, dass es nur diesen Tag und diese Stunde gibt. Danach wirst du wahrlich keine Schwierigkeiten mehr haben. Das Gute und das Schlechte in deiner Natur und was du an Kraft hast oder nicht hast, musst du vergessen.
(Dogen Zenji)
Lange hatte es für mich so ausgesehen, als ob mein Leben gleich anfangen würde- mein wirkliches Leben. Aber immer war noch irgendetwas im Wege:
Etwas, was ich erst noch kriegen müsste, eine Sache, die erst zuende gehen müsste, Zeit, die erst noch vergehen müsste,
eine Schuld, die erst noch abgetragen werden müsste.
Aber d a n n würde mein Leben beginnen. Schließlich dämmerte mir, dass diese Hindernisse mein wirkliches Leben waren.
(Thomas Merton)
Bei der Anziehungskraft dieser Liebe,
und der Stimme dieser Berufung
werden wir nie aufhören mit der Erforschung;
und das Ende all unseres Forschens wird sein,
dort anzukommen, wo wir begannen
und den Ort zum ersten mal zu erkennen.
Durch die unbekannte, wiedererkannte Pforte.
(TS Eliot)
Kostbar der Herzschlag jeder Minute
Sie schenkt dir den Atem, erlaubt dir anzufangen aufs neue.
In deinem Augenstern kreist die verwirrende Welt, ruht das Himmelsherz, jede Minute
(Rose Ausländer)
Ich öffne alle Türen.
Die Welt flutet herein.
Flutet mit mir hinaus zu blühenden Blumen,
leidenden Brüdern.
(Rose Ausländer)
Es gibt etwas, was man nur an einem einzigen Ort in der Welt finden kann. Es ist ein großer Schatz; man kann ihn die Erfüllung des Daseins nennen.
Und der Ort, an dem dieser Schatz zu finden ist, ist der Ort, wo man steht.
(Martin Buber)
Wir wissen ja oft nicht,
dass wir im Schweren sind,
bis übers Knie, bis an die Brust, bis ans Kinn.
Aber sind wir denn im Leichten froh,
sind wir nicht verlegen im Leichten?
Unser Herz ist tief,
aber wenn wir nicht hineingedrückt werden,
gehen wir nie bis auf den Grund.
Man muss auf dem Grund gewesen sein.
Darum handelt sichs
(R.M. Rilke)
Wache auf, erhebe dich,
jetzt, da du dich dem großen Lehrer näherst, lerne.
Der Weg ist beschwerlich und der Übergang
wie die scharfe Klinge eines Rasiermessers.
(Katha Upanishad)
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